Indischer Unternehmer mit 14, in Deutschland undenkbar

Der indische Goldjunge Suhas Gopinath gründete mit 14 die IT-Firma Globals und ist mit 21 ein erfolgreicher Unternehmer in der IT-Branche. Bei uns in Deutschland ist das so gut wie unmöglich.

Die Geschichte von Suhas Gopinath aus Indien wird in einem SPON Artikel sehr interessant erzählt. Allem Anschein nach ist er einer der vielen, die in Indien vom Internet Boom profitieren. Dabei hat er sich sein Wissen selbst mühsam angeeignet und ein eigenes Unternehmen aufgebaut. Ich möchte den Artikel hier nicht unnötig rezitieren, wen es interessiert soll selber lesen.

Was ich aber unbedingt ansprechen will, ist die Übertragung dieses Sachverhaltes auf Deutschland. Seit hier bei uns das Internet Einzug in die Kinderzimmer 12-jähriger gehalten hat, gab es auf einmal eine hohe Zahl an jungen "Webdesignern", die schon sooo viele Aufträge für Geld hatten und sich uuunbedingt selbstständig machen wollten. Meistens hörte man von diesen "Talenten" nach kurzer Zeit nichts mehr, vermutlich lag das am Computerverbot durch die Eltern oder durch die Entdeckung von Counter-Strike. Man weiß es nicht. Jedenfalls kenne ich keinen mir bekannten 14-jährigen, der es in Deutschland zu etwas mehr als zwei 50 € Aufträgen gebracht hat. Das soll nicht heißen, dass es sie nicht gibt. Ich finde Menschen, die schon im frühen Alter wissen, was sie einmal werden wollen (ok mal ausgenommen Popstar etc) viel wettbewerbsfähiger auf unserem Arbeitsmarkt als Leute, die in der Schule rum dümpeln und nach (hoffentlich) erfolgtem Abschluss vor der Wahl eines Ausbildungsplatzes oder Studiums sind und keine Ahnung haben, was sie nehmen sollen. Unser Bildungssystem gibt da keinerlei Stütze, eine Vorbereitung oder wenigstens Hilfe bei der Wahl eines geeigneten Berufszweigs ist kaum vorhanden. Allgemein sind Stichwörter wie Berufswahl, zukunftsorientierter Unterricht und Selbstständigkeit eindeutig Fremdwörter in unserem Bildungssystem. Deshalb freut es mich nach 13 langen Jahren damit endlich abzuschließen. Man kann bei mir sicherlich von angestautem Frust sprechen, der jetzt ein bisschen hochkommt, trotzdem wird es nicht viel bringen. Die meiste Zeit lernt man in der Schule Dinge, die man im späteren Leben nicht brauchen wird. Das Schulsystem ist so überholt und unmodern, dass es auch weiterhin keinen wundern sollte, wenn in Studien mangelhafte Ergebnisse rauskommen.

Um nochmal auf den 14-jährigen Inder zu sprechen zu kommen, der Junge hat es geschafft und ist ein positives Beispiel für die Leistungsfähigkeit von Jugendlichen. Davon können sich Jugendliche in Deutschland eine Scheibe abschneiden. Anstatt Koma-Saufen, Counter-Strike und dem Leben auf Kosten von Papa & Mama oder dem Staat, appelliere ich an mehr Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.

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3 Kommentare

  1. Jens
    11. Mai 2007 um 08:25

    Glückwunsch, daß Du es endlich hinter Dir hast. Ichkann Deine Annahme nur bestätigen. Ich habe vor über zehn Jahres das Gymnasium nach der neunten Klasse geschmissen und habe einen mehr als gut bezahlten Job und studiere nebenbei (per Ausnahmeerlaubnis) Geoinformatik. Nach der siebten Klasse habe ich nichts mehr gelernt, was man später hätte brauchen können. Besonders nutzlos erscheinen mir rückblickend sechs Jahre Latein.

  2. 12. Mai 2007 um 23:51

    Der Junge Mann ist ein Phänomen, er ist einer im bevölkerungsreichsten Land der Welt. Genauso selten ist ein Lottogewinn, Michael.

    Daher ist meine Meinung, dass genau DAS, was der Junge erreicht hat, in Deutschland genauso möglich ist.

    Aus Deinen Worten spricht tatsächlich viel Frust. Sieh’s anders. Den allermeisten 14jährigen Deutschen geht es weitaus besser, als den allermeisten 14jährigen Indern jeweils gehen wird.

    Ich jedenfalls gönne es dem Jungunternehmer und finde seinen Idealismus phantastisch. Er hat ja z. B. ein Mehrheitsübernahmeangebot von 100 Mio. Dollar abgelehnt, er wollte sein Kind nicht verkaufen.

    Aber wie gesagt: Generell ist es hier genauso möglich wie dort. Bin mit Dir nicht d’accord.

  3. 13. Mai 2007 um 22:38

    Was heißt denn hier geschafft?
    Lass die Jungs in Deutschland doch Happy mit ihren 50 Euro Aufträgen sein. Und das ist dann in der Tat für manche schon viel Geld.

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