Die Internet-Verwaltung ICANN hat sich bei einer Konferenz in Lissabon gegen die Einführung eines virtuellen Rotlichtbezirks unter der Top-Level-Domain .xxx gestimmt. Damit wird es definitiv keine Porno Domain geben.
Bereits im Mai letzten Jahres hieß es, dass es keine .xxx TLD geben wird. Nach einem erneuten Anlauf entschieden nun die ICANN-Verantwortlichen mit neun zu fünf Stimmen bei einer Enthaltung dagegen. Immer wieder wurde die Einführung der .xxx Domain aufgeschoben, größtenteils aufgrund der massiven Kritik von Politikern und konservativen Kreisen.
Befürworter der Domain stellten die besseren Kontrollmöglichkeiten in den Vordergrund ihrer Argumentation. So sollte der Pornoindustrie im Internet ähnliche Standards aufgezwungen werden wie im Filmbereich. Durch die Kontrolle der Inhalte, sollte der Jugendschutz verbessert werden, jedoch sprach sich die ICANN schon sehr früh gegen die Überwachung und Kontrolle der Inhalte aus. Die ICANN wollte nicht zur Zensurstelle werden und ich denke das ich ein sehr wichtiger Punkt, den die Aufgaben der ICANN lauten wie folgend:
ICANN entscheidet über die Grundlagen der Verwaltung von Namen und Adressen im Internet und beschließt technische Verfahrensstandards. Auf diese Weise koordiniert ICANN technische Aspekte des Internet, ohne jedoch verbindliches Recht zu setzen. Eine gewisse formale Legitimation bezieht ICANN aus einem dahin gehenden Vertrag mit dem US-amerikanischen Handelsministerium (Department of Commerce).
ICANN wird manchmal als eine Art „Weltregierung des Internets“ bezeichnet. Die Regierungen der Welt haben bei ICANN lediglich einen Beraterstatus, sie sind in dem „Regierungsbeirat“ Governmental Advisory Committee – GAC) vertreten, der einen eigenständigen Sitz bei der EU-Kommission in Brüssel hat. Diese Randrolle der Staaten wird auch mit Blick auf die Sonderstellung, die die US-Regierung durch ihre staatliche Aufsicht und ihren Vertrag mit ICANN hat, vielfach kritisiert und ist Gegenstand von Diskussionen über die künftige Struktur des e-Government im Rahmen des WSIS.
Abschließend denke ich, das die ICANN richtig entschieden hat. Ob eine Website pornographisch ist, lässt sich nicht anhand der Domain festlegen. Dafür sind Gesetze und Organisationen nötig, die Inhalte überwachen und einstufen.
